Was Gäste auf Websites von Hotels und Ferienwohnungen nicht verstehen

Was zeichnet eine gute Website für Hotels, Ferienunterkünfte und andere Beherbergungsbetriebe aus?
Bei der Analyse von 30 Websites aus dem Beherbergungsbereich haben wir sieben wiederkehrende Muster identifiziert. Diese entscheiden darüber, ob Gäste das Angebot schnell erfassen, die passende Unterkunft finden und sich bei der Buchung sicher fühlen.
Professionelle Bilder und ansprechende Texte allein reichen bei Weitem nicht aus. Eine Website muss zudem zentrale Fragen beantworten: Was unterscheidet diese Unterkunft von vergleichbaren Angeboten? Für wen ist sie besonders geeignet? Welche Zimmerkategorie oder Wohneinheit passt zu einem bestimmten Gast? Welche Leistungen sind im Aufenthalt inbegriffen? Und führt der nächste Schritt direkt zur Buchung oder zunächst zu einer Anfrage?
Am überzeugendsten sind Websites, die diese Informationen in einer klaren, logischen Abfolge präsentieren. Sie führen den Gast vom Reisegrund über das passende Angebot bis hin zur Buchungsentscheidung – ohne dass dieser sich die wesentlichen Details mühsam selbst zusammensuchen muss.
Die folgenden sieben Muster veranschaulichen, worauf es dabei besonders ankommt.
1. Beginnen Sie mit dem Reisegrund Ihrer Gäste
Was möchten Ihre Gäste im Urlaub erleben? Und warum passt Ihr Hotel dazu? Das sollte der Einstieg Ihrer Website deutlich machen. Überschrift, Text und Bilder zeigen gemeinsam, was Gäste erwartet.
Die Website des MOOSER Hotels betont die Lage an der Skipiste. Ein winterliches Luftbild zeigt Hotel und Pisten. Der Text ergänzt: 17 Zimmer und direkter Zugang zum Skigebiet. Gäste verstehen sofort, warum das Hotel für einen Skiurlaub interessant ist.

Das Sporthotel Lorünser verbindet eine weite Winterlandschaft mit der Aussage „Hier sind Skifahrer seit 1927 zu Hause“. Hier stehen das Skifahren und die Geschichte des Hauses im Vordergrund.

Beide Websites setzen einen klaren Schwerpunkt. Er bestimmt, welche Inhalte Gäste zuerst sehen.
Nehmen wir ein Familienhotel an einem See mit einem privaten, flach abfallenden Strand. Für Gäste bedeutet das kurze Wege und unkomplizierte Tage am Wasser. Damit könnte die Website beginnen:
Direkt vom Frühstück zum See. Unser privater, flach abfallender Strand liegt nur wenige Schritte vom Familienzimmer entfernt. So bleibt mehr Zeit zum Baden, Spielen und Zusammensein.
Bilder von Garten, Strand und Familien am Wasser ergänzen den Text. Weitere Informationen beantworten praktische Fragen: Gibt es Schatten und Liegen? Was können Kinder dort unternehmen?
Danach folgt das Familienzimmer als Rückzugsort nach einem Tag am See. Wo schlafen die Kinder? Wo können Eltern abends noch zusammensitzen?
Dieses fiktive Beispiel überträgt den Ansatz von MOOSER und Lorünser auf ein Familienhotel.
Auch die Reihenfolge zählt. Statt Zimmer, Frühstück, Lobby und Spa einzeln vorzustellen, können die Inhalte einem Urlaubstag folgen.
Bei einem Skihotel beginnt die Website mit der Lage und dem Zugang zu den Pisten. Frühstück und Skiraum bereiten auf den Skitag vor. Spa und Kamin stehen für den entspannten Nachmittag, die Zimmer für die anschließende Ruhe.
So zeigen Sie, wie Ihre Angebote zum Urlaub beitragen. Oft reichen vorhandene Inhalte, eine andere Reihenfolge und konkretere Überschriften.
Selbsttest: Verstehen Gäste schon im ersten Abschnitt, was sie bei Ihnen erleben können und warum Ihr Hotel dafür gut geeignet ist?
- Helfen Sie Gästen, Zimmer und Wohneinheiten wirklich zu vergleichen
Namen von Zimmern oder Ferienwohnungen wie „Bergzauber“, „Alpenglück“ oder „Heimatgefühl“ können gut zur Marke passen. Für die Auswahl benötigen Gäste weitere Angaben.
Sie vergleichen konkrete Merkmale:
- Belegung und Schlafbereiche;
- Größe und Grundriss;
- Aussicht und Außenbereich;
- enthaltene Leistungen;
- Haustierregeln;
- und den Unterschied zur nächsthöheren Kategorie.
Das Hotel Royal in Sexten nennt mehrere dieser Kriterien bereits in der Übersicht.

Bei den Zimmern und Apartments erscheinen unter anderem Ausgangspreis, Größe, Belegung und Aussicht. Hinzu kommen entscheidungsrelevante Angaben wie Balkon, Parkmöglichkeit und Haustierregel.
So erkennt ein Gast beispielsweise sofort, dass ein Apartment über eine Küche verfügt und Haustiere erlaubt. In mehreren Zimmerkategorien sind keine Haustiere vorgesehen. Die Bedingungen und langen Ausstattungslisten müssen dafür nicht erst durchsucht werden.
Gerade auf dem Smartphone ist das wichtig. Wer mehrere Detailseiten hintereinander öffnet, verliert schnell aus dem Blick, worin sich die Kategorien unterscheiden.

Eine gute Übersicht der Zimmer und Wohneinheiten listet Fakten auf und hilft zugleich bei der Einordnung:
Doppelzimmer Talblick
26 m² · für zwei Personen · ruhige Nordseite · Balkon
Die passende Wahl für Gäste, denen Ruhe besonders wichtig ist.
Junior Suite Bergblick
38 m² · für zwei bis drei Personen · Südloggia · getrennte Sitzecke
Sinnvoll für längere Aufenthalte oder Reisen mit Kleinkind.
Diese Formulierungen sind übertragbare Beispiele und keine Zitate von der untersuchten Website. Das zugrunde liegende Prinzip lässt sich beim Hotel Royal gut erkennen: Die Unterschiede, die für eine Entscheidung wichtig sind, sollten bereits in der Übersicht sichtbar werden.
Selbsttest: Kann ein neuer Gast innerhalb von zwei Minuten erklären, warum er Zimmer A oder Zimmer B wählen würde?
3. Verkaufen Sie Aufenthaltsmodelle als Gesamterlebnis
Viele Unterkunftswebsites orientieren sich an den internen Bereichen des Betriebs: Zimmer oder Ferienwohnungen, Restaurant, Wellness und Aktivitäten.
Aus Sicht des Betriebs ist diese Einteilung nachvollziehbar. Gäste beschäftigen sich vor allem mit anderen Fragen:
- Wie könnte unser Aufenthalt konkret aussehen?
- Was ist bereits enthalten?
- Was müssen wir selbst organisieren?
- Welches Modell passt zu unserer Reise?
Hillbrook Estate zeigt, wie sich solche Fragen aufgreifen lassen.

Das Haupthaus kann mit sieben Schlafzimmern exklusiv genutzt werden. Auf der Buchungsseite stehen Informationen zur möglichen Belegung, zum saisonalen Preis, zum privaten Strandzugang und zu den Frühstückszutaten für den ersten Morgen. Für größere Gruppen lassen sich weitere Unterkünfte ergänzen.
Daneben gibt es einen betreuten All inclusive Aufenthalt mit zubereiteten Mahlzeiten und täglichem Housekeeping.
Die Website stellt damit zwei Formen des Aufenthalts vor. Gäste können das Anwesen eigenständig nutzen oder sich für einen betreuten Aufenthalt mit zusätzlichen Services entscheiden.

Die eigentliche Entscheidung lautet:
Möchten wir unseren Aufenthalt selbst organisieren oder bestimmte Aufgaben abgeben?
Dieses Prinzip lässt sich auch auf kleinere Hotels, Ferienwohnungen und Privatzimmer übertragen.
Ein Angebot mit drei Nächten, Frühstück und zehn Prozent Ermäßigung könnte beispielsweise als konkrete Reisesituation formuliert werden:
Drei Wandertage ohne Auto
Drei Übernachtungen, täglicher Transfer zum Ausgangspunkt, Lunchpaket und Rückfahrt mit dem Wanderbus.
Auch dieses Beispiel ist hypothetisch. Es folgt derselben Logik wie das Angebot von Hillbrook Estate: Die einzelnen Leistungen werden um eine konkrete Reisesituation herum zusammengestellt.
Eine überschaubare Auswahl erleichtert die Orientierung. Fünf nahezu identische Rabatte mit unterschiedlichen Überschriften erzeugen schnell eine neue Form der Unübersichtlichkeit.
Selbsttest: Löst jedes Ihrer Angebote eine konkrete Reisesituation oder ändern sich hauptsächlich Preis, Saison und Name?
4. Beantworten Sie praktische Fragen dort, wo sie entstehen
Darf der Hund mit? Wo können wir parken? Ist die Sauna inklusive? Hat das Apartment einen Backofen? Ab wann ist der Check in möglich?
Solche Fragen wirken neben Landschaftsbildern und emotionalen Texten zunächst unspektakulär. Für Gäste können sie ausschlaggebend sein. Fehlende Antworten führen im Betrieb außerdem zu wiederkehrenden Nachrichten und Telefonaten.
Hutstufbeantwortet viele praktische Fragen ausgesprochen konkret.

Die Website nennt unter anderem:
- die maximale Belegung der Hütten;
- den Mindestaufenthalt;
- die Zeiten für Check in und Check out;
- Parkplatz und Lademöglichkeit;
- die Haustierregel;
- vorhandene Bettwäsche und Handtücher;
- Küchenausstattung und Badezimmerausstattung;
- sowie die Hütten mit Sauna oder Hot Tub.

Diese Informationen helfen in mehreren Phasen. Vor der Buchung können Gäste prüfen, ob Unterkunft, Belegung und Regeln zu ihnen passen. Vor der Anreise erfahren sie, was vorhanden ist und was sie mitbringen müssen. Vor Ort lassen sich Ausstattung und Nutzung besser einordnen.
Eine zentrale Seite mit häufigen Fragen ist dafür hilfreich. Wichtige Angaben sollten zusätzlich an den jeweiligen Entscheidungspunkten erscheinen.
Die Haustierregel gehört zur jeweiligen Unterkunft. Hinweise zum Parkplatz sollten auch bei der Anreise stehen. Ob die Sauna im Preis enthalten ist, muss dort beantwortet werden, wo Gäste Angebot und Preis bewerten.
Die Seite von Hutstuf zeigt, wie konkret praktische Informationen formuliert sein können. Die Platzierung jeder einzelnen Antwort innerhalb der gesamten Website sollte bei einem Review zusätzlich geprüft werden.
Eine gute Quelle für neue Websiteinhalte ist die Rezeption. Fragen Sie dort:
Welche fünf Fragen beantwortet unser Team jeden Monat mehrfach?
Hinter jeder wiederkehrenden Frage kann eine Stelle stecken, an der die Website noch nicht deutlich genug ist.
5. Geben Sie der Website eine klare Aufgabe im Verkauf
Unterkunftswebsites können unterschiedliche Aufgaben im Verkauf übernehmen. Manche führen direkt zur Onlinebuchung. Andere bereiten eine qualifizierte Anfrage vor oder erklären das Angebot, bevor die Reservierung über einen weiteren Kanal erfolgt.
Direkte Buchung
Das Badrutt's Palace nimmt Buchungen ausschließlich direkt entgegen. Die Zimmerseite zeigt Belegung, Größe und Ausgangspreis. Anfrage und Buchung stehen als getrennte nächste Schritte bereit. Eine Bestpreisgarantie unterstützt diesen Vertriebsweg.
Die Website erklärt den Aufenthalt, erleichtert die Zimmerwahl und führt anschließend zur Reservierung.

Qualifizierte Anfrage
Bei Forestis lässt sich der reguläre Aufenthalt anhand von Gästezahl, Unterkunft und Saisonpreis einordnen. Für das betreuungsintensivere All inclusive Modell mit Koch und täglichem Housekeeping ist eine Anfrage vorgesehen.
Die Website vermittelt vor dem persönlichen Kontakt das Grundmodell, die mögliche Belegung und die wichtigsten Leistungen. So kann die Anfrage gezielter gestellt werden.

Verkauf über einen weiteren Kanal unterstützen
Wolny Las erklärt auf der eigenen Website die Geschichte des Ortes, die Verbindung von Wald und See, die Unterkunft, Aktivitäten und Regeln. Die Reservierung erfolgt per E Mail oder über Slowhop.
Die offizielle Website übernimmt hier die Positionierung des Angebots. Sie vermittelt die Besonderheiten des Hauses ausführlicher als eine reine Ansicht von Preisen und Verfügbarkeiten.

Viele unabhängige Häuser kombinieren diese Rollen. Reguläre Zimmer werden direkt gebucht, Gruppen und besondere Pakete angefragt. Ein externer Kanal bleibt für Reichweite oder einen vertrauten Abschluss bestehen.
Entscheidend sind klare Übergänge. Ein Button mit der Aufschrift „Jetzt buchen“ sollte nicht zu einem unverbindlichen Formular führen. Auch ein Wechsel auf eine externe Domain muss vor dem Klick erkennbar sein.
Die strategische Frage lautet:
Welche Verkaufsaufgabe soll unsere Website für welches Angebot übernehmen?
Sobald diese Rolle feststeht, lassen sich Seitenstruktur, Call to Action und Buchungssystem sinnvoll beurteilen.
6. Geben Sie aktuellen Inhalten einen festen Platz
Auch nach dem Relaunch braucht eine Website Pflege. Saisonale Ausflugstipps im Blog, Neuigkeiten aus dem Haus und ein aktuelles Wochenprogramm zeigen Gästen, was sie bei ihrem Besuch erwartet.
Das River Hostel zeigt in seinem „Weekly Planner“ Stadtführungen, Spieleabende und Cocktailkurse mit Wochentag und Uhrzeit. Gäste können damit ihren Aufenthalt planen, sofern die Termine regelmäßig geprüft werden.

Ein Blog oder ein Bereich für Neuigkeiten erfüllt einen ähnlichen Zweck. Hier finden etwa Tipps für den Herbst, die Eröffnung einer Terrasse oder das nächste Sommerfest ihren Platz. Datum und Zeitraum machen deutlich, wann die Informationen gelten.
Dafür braucht es nicht jede Woche einen neuen Beitrag. Die vorhandenen Angaben müssen stimmen. Ältere Ausflugstipps können hilfreich bleiben, vergangene Veranstaltungen sollten aus der Vorschau verschwinden.
Legen Sie deshalb fest, wer Beiträge veröffentlicht, Termine prüft und veraltete Angaben korrigiert. Planen Sie diese Aufgaben von Anfang an mit ein.
Selbsttest: Finden Gäste auf Ihrer Website aktuelle Informationen für ihren Aufenthalt?
7. Verbessern Sie den ersten Eindruck mit hochwertigen Bildern
Schon der Austausch veralteter, unscharfer oder schlecht belichteter Fotos kann den Eindruck Ihrer Website deutlich verbessern. Helle, scharfe und aktuelle Aufnahmen helfen Gästen, sich Zimmer, Ausstattung und Atmosphäre vorzustellen.
Ein Beispiel ist Mas Girbau, ein historisches Landhaus nahe Barcelona. Die Website ergänzt die Beschreibung des Hauses durch eine umfangreiche Bildergalerie. Gerade bei einer Unterkunft mit historischen Möbeln, Steinwänden und Holzbalken können Fotos den besonderen Charakter anschaulich vermitteln.

Wählen Sie Bilder in ausreichend hoher Auflösung, die Ihr Haus realistisch zeigen. Optimieren Sie die Dateien für die Website, damit sie auch auf dem Smartphone schnell laden.

Selbsttest: Zeigen Ihre Bilder die Unterkunft so ansprechend und aktuell, wie Gäste sie vor Ort erleben?
Wo Sie anfangen können
Gehen Sie die sieben Punkte für Ihre eigene Website durch. Wo fehlen Informationen, wo fällt die Auswahl schwer, wo stockt die Buchung? Die Fragen, die Gäste regelmäßig per Telefon oder E-Mail stellen, helfen Ihnen, die wichtigsten Stellen zu finden.
Beginnen Sie mit einer Verbesserung, die eine konkrete Frage beantwortet. Das kann ein verständlicher Zimmervergleich sein, eine klare Angabe zu enthaltenen Leistungen oder ein leichter auffindbarer Buchungsbutton.
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Grundlage dieses Artikels sind 30 Analysen öffentlich zugänglicher Websites von Hotels, Ferienwohnungen, Resorts und anderen Unterkünften. Die genannten Beispiele wurden am 30. Juli 2026 geprüft. Da uns keine internen Unternehmensdaten vorlagen, beschreiben wir beobachtbare Entscheidungen auf den Websites. Aussagen über nachgewiesene Auswirkungen auf Umsatz oder Conversion sind damit nicht verbunden.